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Umschulung Industriemeister Mechatronik

Wie eine Umschulung in Richtung Industriemeister Mechatronik aussehen kann und welche Förderungen dich unterstützen.

Der Industriemeister Mechatronik ist keine klassische Umschulung, sondern eine Aufstiegsfortbildung. Trotzdem nutzen viele Menschen den Weg als echten Berufswechsel – aus anderen Berufen heraus, oft mit Unterstützung der Arbeitsagentur oder der Rentenversicherung. Diese Seite zeigt, wie der Weg funktioniert.

Was Umschulung in diesem Kontext bedeutet

Streng genommen ist eine Umschulung eine zweite Berufsausbildung in einem neuen Beruf. Für den Industriemeister direkt gibt es keine Umschulung – dafür zwei praktische Varianten.

Variante 1: Umschulung zum Mechatroniker oder Elektroniker. Eine klassische zweijährige Umschulung, finanziert über Bildungsgutschein oder Rentenversicherung, endet mit der IHK-Abschlussprüfung. Danach ein Jahr einschlägige Praxis – dann steht der Industriemeister offen.

Variante 2: Direkteinstieg in den Industriemeister nach anderer Berufsausbildung. Wer schon einen anderen Beruf abgeschlossen hat und zwei Jahre einschlägig gearbeitet hat, kann sich den Umweg sparen und direkt in den Meister gehen.

Zielgruppen für den Umschulungs-Weg

Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen. Wer einen körperlich sehr belastenden Beruf aufgeben muss (z. B. schwere Metall- oder Bauarbeit), findet in mechatronischen Rollen oft eine realistische Alternative.

Arbeitsuchende mit technischer Neigung. Wer arbeitslos wird und im bisherigen Beruf keine Perspektive sieht, kann über die Arbeitsagentur in eine geförderte Umschulung wechseln.

Quereinsteiger aus dem Handwerk. Kfz-Mechatroniker, Feinwerkmechaniker, Elektroniker Energie- und Gebäudetechnik mit Wunsch nach Wechsel in die Industrie.

Studienabbrecher. Wer aus dem Maschinenbau- oder Elektrotechnikstudium aussteigt, kann über eine verkürzte Umschulung den Mechatroniker-Abschluss holen und dann auf den Industriemeister zusteuern.

Finanzierung durch die Arbeitsagentur

Bildungsgutschein (SGB III). Die Agentur für Arbeit stellt den Gutschein aus, wenn eine Umschulung für die Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt notwendig ist. Der Gutschein deckt Lehrgangskosten, Fahrtkosten und teilweise Kinderbetreuung.

Bürgergeld und Eingliederungszuschuss (SGB II). Bürgergeld-Empfänger können über das Jobcenter geförderte Umschulungen beantragen.

Qualifizierungschancengesetz. Für Beschäftigte in strukturschwachen Branchen. Der Arbeitgeber beantragt, der Beschäftigte erhält Lehrgangskostenzuschuss und Lohnfortzahlung.

Finanzierung durch die Rentenversicherung

Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben (LTA). Wer aus gesundheitlichen Gründen den bisherigen Beruf nicht mehr ausüben kann, beantragt die Umschulung bei der Deutschen Rentenversicherung. Die Rentenversicherung übernimmt Lehrgangskosten, Lebensunterhaltszahlungen (Übergangsgeld) und Fahrtkosten.

Ablauf einer typischen Mechatroniker-Umschulung

Dauer. Zwei Jahre Vollzeit (gegenüber dreieinhalb Jahren regulär), davon etwa neun Monate Theorie beim Bildungsträger und zwölf Monate betriebliches Praktikum.

Abschluss. Externe IHK-Prüfung wie in der regulären Ausbildung.

Anschließend. Ein Jahr einschlägige Berufspraxis – dann Zugang zum Industriemeister-Lehrgang.

Der Gesamtaufwand von Umschulungsbeginn bis zum Industriemeister beträgt typischerweise fünf bis sechs Jahre.

Typische Umschulungs-Anbieter

Große private Bildungsträger. WBS Training, Dekra Akademie, Comcave, GFN, IBB, TÜV Rheinland, DAA. Bundesweit aufgestellt, oft mit Bildungsgutschein kombinierbar.

IHK-Bildungszentren. Regionale IHK-Bildungsgesellschaften bieten Umschulungen zum Mechatroniker an.

Berufsförderungswerke (BFW). Spezialisierte Einrichtungen für Rehabilitanden. Umfassende Betreuung, enge Zusammenarbeit mit der Rentenversicherung.

Bildungswerke der Industrie. Bildungsverbünde in Industrieregionen (z. B. BFZ Bayern, SBG Sachsen).

Der Weg danach

Mit dem Mechatroniker-Abschluss in der Tasche ist der Industriemeister das nächste Ziel. Die Finanzierung des Industriemeister-Lehrgangs läuft dann meist nicht mehr über die Arbeitsagentur, sondern über Aufstiegs-BAföG.

Häufige Fragen

Kann ich die Umschulung in Teilzeit machen?

Ja. Viele Bildungsträger bieten Teilzeit-Umschulungen an, die entsprechend länger dauern.

Wird die Umschulung bezahlt?

Wer Arbeitslosengeld bekommt, erhält es während der Umschulung weiter. Dazu kommen teilweise Erfolgsprämien für bestandene Prüfungsteile.

Ist die Umschulung gleichwertig mit der regulären Ausbildung?

Ja. Die Abschlussprüfung ist identisch, der Abschluss trägt denselben Titel.

Kann ich den Industriemeister direkt als Umschulung machen?

Nein. Der Industriemeister ist rechtlich keine Erstausbildung und wird nicht als Umschulung gefördert.

Nächster Schritt

Wie die Fortbildung inhaltlich und prüfungstechnisch aufgebaut ist, erfährst du auf der Seite Überblick Inhalt und Prüfungen.