Die Fortbildung zum Geprüften Industriemeister Fachrichtung Mechatronik ist bundeseinheitlich geregelt. Aufbau, Inhalte und Prüfungsstruktur sind in der Verordnung vom 2. April 2005 festgelegt. Diese Seite gibt den Überblick.
Die drei Qualifikationsblöcke
Die Fortbildung ist in drei Blöcke gegliedert.
Block 1: Fachrichtungsübergreifende Basisqualifikationen (BQ). Kaufmännisch-rechtlich-technische Grundlagen. Themen: Rechtsbewusstes Handeln, Betriebswirtschaftliches Handeln, Anwendung von Methoden der Information, Kommunikation und Planung, Zusammenarbeit im Betrieb, Berücksichtigung naturwissenschaftlicher und technischer Gesetzmäßigkeiten.
Block 2: Handlungsspezifische Qualifikationen (HQ) – Fachrichtung Mechatronik. Der Kern. Drei Handlungsbereiche: Technik, Organisation, Führung und Personal. Der technische Handlungsbereich unterteilt sich weiter in Betriebstechnik, Fertigungstechnik und Montagetechnik.
Block 3: Berufs- und arbeitspädagogische Qualifikation (AdA). Die Ausbildereignung nach AEVO. Wer den Schein schon hat, muss diesen Teil nicht wiederholen.
Inhalte im Detail
Basisqualifikationen (Block 1) umfassen die Grundlagen, auf denen die spätere Handlungskompetenz aufbaut: Arbeitsrecht, Vertragsrecht, Grundzüge des Wirtschaftsrechts, Kosten- und Leistungsrechnung, betriebswirtschaftliches Handeln, Mitarbeiterführung und Teamarbeit, Informations-, Kommunikations- und Planungstechniken, naturwissenschaftliche Grundlagen (Physik, Chemie, Mathematik, Werkstofftechnik).
Handlungsspezifische Qualifikationen – Technik umfassen Betriebstechnik (Instandhaltungsstrategien, Instandhaltungsplanung, Schwachstellenanalyse, Systemoptimierung), Fertigungstechnik (Fertigungsverfahren, Fertigungsplanung, Fertigungssteuerung, Fertigungsüberwachung), Montagetechnik (Montageverfahren, Montageplanung, Montagesteuerung, Montageüberwachung, Inbetriebnahme).
Handlungsspezifische Qualifikationen – Organisation umfassen Betriebliches Kostenwesen, Planungs-, Steuerungs- und Kommunikationssysteme, Arbeits-, Umwelt- und Gesundheitsschutz. Hier steht die Fähigkeit im Fokus, betriebliche Prozesse zu gestalten, zu dokumentieren und zu optimieren.
Handlungsspezifische Qualifikationen – Führung und Personal umfassen Personalführung, Personalentwicklung und Qualitätsmanagement. Der Meister lernt, Mitarbeitende zu führen, zu entwickeln und Qualitätsstandards durchzusetzen.
Die Prüfungsstruktur
Die Prüfung besteht aus drei Teilen.
Teil 1: Basisqualifikationen. Schriftliche Prüfung. Fünf Einzelprüfungen zu den fünf Themen des Blocks. Dauer: je 60 bis 120 Minuten.
Teil 2: Handlungsspezifische Qualifikationen. Schriftlich und mündlich. Schriftliche Situationsaufgaben für jeden der drei Handlungsbereiche (Technik, Organisation, Führung/Personal), jeweils rund sechs bis acht Stunden. Anschließend ein situationsbezogenes Fachgespräch auf Basis einer selbstgewählten Projektarbeit.
Teil 3: Ausbildereignung. Schriftliche Prüfung plus praktischer Teil (Präsentation einer Ausbildungseinheit plus Fachgespräch).
Bestehensregeln
Jeder Teil muss für sich bestanden werden. Eine nicht ausreichende Leistung in einzelnen Fächern kann durch mündliche Ergänzungsprüfungen ausgeglichen werden, solange die Schwellenwerte eingehalten werden. Wer einen Teil nicht besteht, kann ihn zweimal wiederholen.
Zeitaufwand
Insgesamt umfasst die Fortbildung rund 1.000 bis 1.200 Unterrichtsstunden, je nach Anbieter und Format. Hinzu kommen 500 bis 700 Stunden Selbststudium. Die Gesamtdauer liegt berufsbegleitend bei 24 bis 36 Monaten, im Vollzeitformat bei 8 bis 12 Monaten.
Häufige Fragen
Im Kern ja. Die Verordnung gibt den Rahmen vor. Unterschiede gibt es in Tiefe, Didaktik, Beispielen und Dozentenqualität.
Die Blöcke können grundsätzlich getrennt abgelegt werden. Die meisten Kandidaten bündeln sie in zwei aufeinanderfolgenden Prüfungsterminen.
Das hängt vom Vorwissen ab. Die Basisqualifikationen (BQ) sind für reine Facharbeiter meist die größere Hürde als die handlungsspezifischen Teile.
Berufsbegleitend rund 12 bis 18 Stunden, inklusive Unterricht und Selbststudium.
Nächster Schritt
Welche Inhalte genau in der Fortbildung behandelt werden und wie du sie sinnvoll priorisieren kannst, erfährst du auf der Seite Inhalte Industriemeister Mechatronik Weiterbildung.