Prüfungen

Inhalte Industriemeister Mechatronik Weiterbildung

Alle Inhalte der Weiterbildung zum Industriemeister Mechatronik: Lernfelder, Schwerpunkte, Vertiefungen.

Die Inhalte der Fortbildung sind in der Verordnung bundeseinheitlich festgelegt und gliedern sich in die drei Blöcke Basisqualifikationen, Handlungsspezifische Qualifikationen und Ausbildereignung. Diese Seite zeigt alle Lernfelder im Detail.

Basisqualifikationen (BQ)

Der erste Block legt das Fundament. Fünf Einzelgebiete stehen im Zentrum.

Rechtsbewusstes Handeln. Grundzüge des Bürgerlichen Rechts, Handels- und Gesellschaftsrecht, Produkthaftung, Arbeits- und Sozialversicherungsrecht, Datenschutz. Ziel ist ein rechtssicheres Handeln im Meisteralltag.

Betriebswirtschaftliches Handeln. Betriebliches Rechnungswesen, Kosten- und Leistungsrechnung, Controlling, Investitionsrechnung, Unternehmensziele und Kennzahlen. Die kaufmännische Basis jeder Meisterrolle.

Anwendung von Methoden der Information, Kommunikation und Planung. Datenverarbeitung, IT-Werkzeuge im Betrieb, Kommunikationstechniken, Moderation, Präsentation, Arbeitsplanung, Projektmanagement-Grundlagen.

Zusammenarbeit im Betrieb. Mitarbeiterführung und Teamarbeit, Konfliktmanagement, Mitarbeiterqualifizierung, Gruppenprozesse, interkulturelle Zusammenarbeit.

Berücksichtigung naturwissenschaftlicher und technischer Gesetzmäßigkeiten. Physik (Mechanik, Thermodynamik, Elektrotechnik), Chemie, Werkstofftechnik, Mess- und Prüftechnik.

Handlungsspezifische Qualifikationen – Technik

Der technische Handlungsbereich gliedert sich in drei Unterbereiche.

Betriebstechnik. Instandhaltungsstrategien (reaktiv, präventiv, vorausschauend), Instandhaltungsplanung, Schwachstellenanalyse, Zuverlässigkeitsuntersuchung, Systemoptimierung. Werkzeuge: FMEA, Root Cause Analysis, Weibull-Analyse, Condition Monitoring.

Fertigungstechnik. Fertigungsverfahren nach DIN 8580 (Urformen, Umformen, Trennen, Fügen, Beschichten, Stoffeigenschaften ändern), Fertigungsplanung, Fertigungssteuerung, Fertigungsüberwachung, CNC-Technik, CAM-Systeme.

Montagetechnik. Montageverfahren, Montageplanung, Montagesteuerung, Montageüberwachung, Inbetriebnahme mechatronischer Systeme. Pneumatik, Hydraulik, Elektrotechnik, Steuerungstechnik (SPS, z. B. Siemens S7 und TIA Portal), Robotik, Sensorik, Aktorik.

Handlungsspezifische Qualifikationen – Organisation

Betriebliches Kostenwesen. Kostenartenrechnung, Kostenstellenrechnung, Kostenträgerrechnung, Deckungsbeitragsrechnung, Kalkulation, Wirtschaftlichkeitsrechnung, Investitionsrechnung.

Planungs-, Steuerungs- und Kommunikationssysteme. ERP-Systeme (SAP, Microsoft Dynamics), PPS-Systeme, MES-Systeme, Logistikkonzepte, Lean Production (Kanban, JIT, Pull-Prinzip), Shopfloor Management.

Arbeits-, Umwelt- und Gesundheitsschutz. Arbeitsschutzgesetz, Gefährdungsbeurteilung, Unfallverhütungsvorschriften, Betriebssicherheitsverordnung, Umweltrecht, Energiemanagement, betriebliches Gesundheitsmanagement.

Handlungsspezifische Qualifikationen – Führung und Personal

Personalführung. Führungsstile, Führungsinstrumente, Mitarbeitergespräche, Zielvereinbarung, Leistungsbeurteilung, Delegation, Motivationstheorien, Konfliktmanagement.

Personalentwicklung. Qualifikationsbedarfsanalyse, Personalentwicklungsmaßnahmen, Einarbeitung, Weiterbildung, Coaching und Mentoring.

Qualitätsmanagement. Qualitätsmanagementsysteme nach ISO 9001, branchenspezifische Normen (IATF 16949, VDA 6.3), Q-Methoden (FMEA, SPC, 8D-Report, Ishikawa, 5-Why, Poka Yoke), Audits, kontinuierliche Verbesserung.

Ausbildereignung (AdA)

Die AEVO-Handlungsfelder: Ausbildungsvoraussetzungen prüfen und Ausbildung planen; Ausbildung vorbereiten und bei der Einstellung mitwirken; Ausbildung durchführen; Ausbildung abschließen.

Priorisierung für den Lernplan

Hohe Priorität. Die Handlungsbereiche Technik und Organisation – sie machen den Großteil der Prüfung aus und bauen direkt auf dem Berufsalltag auf.

Hohe Priorität 2. Betriebswirtschaftliches Handeln und Rechtsbewusstes Handeln – wichtige Grundlagen, die in vielen Aufgaben mitschwingen.

Mittlere Priorität. Personalführung und Qualitätsmanagement.

Niedrigere Priorität. Naturwissenschaftliche Gesetzmäßigkeiten – für Facharbeiter mit solider Ausbildung meist Wiederholungsstoff.

Häufige Fragen

Gibt es offizielle Lehrbücher?

Ja. Die Verlage Christiani, Europa-Lehrmittel, Feldhaus und Kiehl bieten Fortbildungsliteratur speziell für den Industriemeister Mechatronik.

Wie viel Zeit sollte ich pro Themenfeld einplanen?

Grob: BQ rund 35 Prozent der Lernzeit, HQ rund 55 Prozent, AdA rund 10 Prozent.

Kann ich mir einzelne Inhalte sparen, die ich aus der Praxis kenne?

Beim Lernen ja, in der Prüfung nein. Die Aufgaben sind so formuliert, dass sie alle Lernfelder abdecken.

Brauche ich Fachsoftware?

Nein. Die Fortbildung ist tool-neutral. Grundlegende Office-Kenntnisse und ein Basiswissen in Steuerungstechnik reichen aus.

Nächster Schritt

Wie die Prüfung konkret abläuft, erfährst du auf der Seite Prüfung Industriemeister Mechatronik.