Prüfungen

Prüfung Industriemeister Mechatronik

Wie die Prüfung zum Industriemeister Mechatronik aufgebaut ist, was erwartet wird und wie die Bewertung funktioniert.

Die Prüfung zum Geprüften Industriemeister Fachrichtung Mechatronik ist der letzte und entscheidende Schritt der Fortbildung. Sie ist umfangreich, bundeseinheitlich geregelt und wird von der IHK abgenommen. Diese Seite zeigt Aufbau, Ablauf und Bewertungsregeln.

Aufbau der Prüfung

Die Prüfung besteht aus drei Teilen, die voneinander unabhängig bestanden werden müssen.

Teil 1: Fachrichtungsübergreifende Basisqualifikationen (BQ). Fünf schriftliche Einzelprüfungen.

Teil 2: Handlungsspezifische Qualifikationen (HQ). Schriftliche situationsbezogene Aufgaben plus mündliches Fachgespräch auf Basis einer Projektarbeit.

Teil 3: Ausbildereignung (AdA). Schriftlich und praktisch.

Teil 1: Basisqualifikationen

Fünf Einzelprüfungen zu den fünf Themengebieten des Blocks:

Rechtsbewusstes Handeln (60 Minuten), Betriebswirtschaftliches Handeln (90 Minuten), Anwendung von Methoden der Information, Kommunikation und Planung (60 Minuten), Zusammenarbeit im Betrieb (60 Minuten), Berücksichtigung naturwissenschaftlicher und technischer Gesetzmäßigkeiten (120 Minuten).

Bestehensregel. Der Teil gilt als bestanden, wenn in keiner Einzelprüfung weniger als 50 Punkte erreicht wurden. Ausgleich durch mündliche Ergänzungsprüfung ist bei Ergebnissen zwischen 30 und 49 Punkten möglich.

Teil 2: Handlungsspezifische Qualifikationen

Der Kern der Prüfung.

Schriftlicher Teil. Drei situationsbezogene Aufgaben zu den Handlungsbereichen Technik, Organisation, Führung/Personal. Dauer: jeweils rund sechs bis acht Stunden, meist auf mehrere Prüfungstage verteilt.

Mündlicher Teil: Situationsbezogenes Fachgespräch. Auf Basis einer selbstgewählten Projektarbeit aus dem eigenen Berufsalltag. Der Kandidat präsentiert die Projektarbeit in 10 bis 15 Minuten und steht dann 20 bis 25 Minuten für ein Fachgespräch zur Verfügung.

Bestehensregel. Die drei Handlungsbereiche werden getrennt bewertet. Der Teil gilt als bestanden, wenn in keinem Handlungsbereich weniger als 50 Punkte erreicht werden. Das Fachgespräch bildet einen zusätzlichen Bewertungspunkt und muss selbst mit mindestens 50 Punkten bestanden sein.

Teil 3: Ausbildereignung (AdA)

Schriftliche Wissensprüfung zu den vier AEVO-Handlungsfeldern plus praktische Prüfung (Präsentation einer Ausbildungseinheit oder -situation mit anschließendem Fachgespräch). Gesamtdauer des praktischen Teils rund 30 Minuten.

Wer den AdA-Schein schon hat, muss diesen Teil nicht ablegen.

Bewertung und Noten

Jede Einzelleistung wird mit Punkten zwischen 0 und 100 bewertet. Die Punkte werden in Noten nach IHK-Notenschlüssel übersetzt: sehr gut (92-100), gut (81-91), befriedigend (67-80), ausreichend (50-66), mangelhaft (30-49), ungenügend (0-29).

Die Gesamtnote ergibt sich aus den gewichteten Einzelnoten der drei Prüfungsteile.

Wiederholung

Jeder Prüfungsteil kann zweimal wiederholt werden. Bereits bestandene Teile bleiben gültig – nur die nicht bestandenen werden erneut abgelegt. Wer einen Teil das dritte Mal nicht besteht, ist endgültig durchgefallen.

Typische Fallstricke

Fallstrick 1: Zeitmanagement. Die schriftlichen Aufgaben in Teil 2 sind sehr umfangreich. Wer nicht diszipliniert Zeit einteilt, verliert Punkte bei einfachen späteren Aufgaben.

Fallstrick 2: Handlungsorientierung. Die Prüfung fragt nicht nach Wissen, sondern nach Handlungsoptionen. Antworten müssen konkret und umsetzbar sein.

Fallstrick 3: Unterschätzte Basisqualifikationen. Viele unterschätzen Block 1. Besonders Rechnungswesen und Recht werden zum Stolperstein, wenn das Vorwissen dünn ist.

Fallstrick 4: Defensive Präsentation. Wer bei der Projektarbeit zu zurückhaltend auftritt, verschenkt Punkte. Auftreten zählt.

Prüfungstaktik

Vorher. Drei bis vier komplette Altklausuren bearbeiten, Projektarbeit sorgfältig vorbereiten, Präsentation mehrfach üben.

Während. Ruhig lesen, Aufgaben priorisieren, bei Blockaden weiter und später zurück.

Nachher. Nicht über fertige Klausuren grübeln. Kopf frei für den nächsten Teil.

Häufige Fragen

Wie hoch ist die Durchfallquote?

Je nach Jahrgang und Region zwischen 20 und 35 Prozent. Besonders die BQ-Prüfung ist anspruchsvoll.

Sind Hilfsmittel erlaubt?

Ja, begrenzt. Unkommentierte Gesetzestexte, nicht programmierbare Taschenrechner, Formelsammlungen. Die IHK veröffentlicht vor jedem Termin eine verbindliche Liste.

Wie schnell erhalte ich die Ergebnisse?

Schriftliche Ergebnisse in der Regel nach vier bis acht Wochen, mündliche Ergebnisse sofort.

Muss ich alle Teile im selben Durchgang ablegen?

Nein. Die drei Teile können getrennt abgelegt werden – innerhalb des zulässigen Gesamtzeitraums.

Nächster Schritt

Wann die nächsten Prüfungstermine stattfinden und wie du dich anmeldest, erfährst du auf der Seite Prüfungstermine Industriemeister Mechatronik.